Schul-Wissen
Schul-Wissen

Unterrichtsentwicklung

„Unterricht“ beschriebt pädagogisch begleitete, zielgerichtete und geplante Interaktionsprozesse mit dem Ziel der Qualifikation von Lernenden.

„Unterrichtsentwicklung ist der Mittelpunkt von Qualitätsmanagement“ und um das Thema Unterrichtsentwicklung später darstellen zu können, hier einige (vermutlich teilweise bekannte) Hintergründe zum Thema guter Unterricht. Die Priorisierung des Unterrichts als „Kerngeschäft der Schule“ gilt als gesetzt (vgl. z.B. Klinger, 2009, 72).

 

Die Schule muss für sich selbst individuell die Zielkriterien festlegen – beispielsweise durch Fachkonferenzen, in der Ziele fachbezogen verwendet oder schulweit verdichtet werden. Über die Frage „was bedeutet guter Unterricht für uns?“ muss im Kollegium ein grundlegender Konsens bestehen, damit diese Verständigung als gemeinsamer Qualitätsanspruch (und somit als Fundament der Qualitätsarbeit) dienen kann.

Ergänzend seien in diesem Abschnitt die „Faktoren des Gelingens“ benannt, die Rolff (2006, 223 ff; zitiert nach Klinger, 2009, 95 ff) als zentrale Elemente für das Gelingen von Unterrichtsentwicklung herausgearbeitet hat:

 

  • Zielgerichtetheit (gemeinsam formulierte, realisierbare und überprüfbare Ziele)
  • Systematik (Training, Wiederholung und Vertiefung)
  • Methodentraining (Arbeits- und Lerntechniken)
  • Lernarrangements (komplexere Gestaltung von Lernsituationen)
  • Teamarbeit (auf den Unterricht bezogen)
  • Sozialtraining (Kommunikation und Kooperation)
  • Vernetzung bzw. Bezug auf die ganze Schule (Verbindung von allgemeinem und fachlichen Lernen)
  • Evaluation (Wirkungen und Ergebnisse der Unterrichtsentwicklung)

 

Anregung 1: 

Erarbeiten Sie in arbeitsgleicher Gruppenarbeit, was Sie unter „gutem Unterricht“ verstehen. Beschriften Sie dazu Moderationskarten.
Im Plenum werden die Karten knapp vorgestellt, damit die nachfolgenden Gruppen ihre Karten direkt Clustern können. Inhaltliche Doppelungen sind zu vermeiden.
Behauptung: Sie finden nicht mehr als 12 bis max. 15 verschiedene Merkmale guten Unterrichts.


Anregung 2:

  1. Beschriften Sie Moderationskarten mit Metaphern für die Fortsetzung des Satzes „Unterricht sollte sein wie…“!
  2. Analysieren Sie in Ihrer Gruppe die Metaphern: Was sind die konkreten Konsequenzen für den Unterricht?
  3. Leiten Sie daraus ein „Gesamtbild“ von Unterricht ab!

 

Ohne diese (für Referendare und Studierende) Thematik zu weit zu vertiefen, sei hier angemerkt, dass diese Frage deutlich vielschichtiger ist, als im Folgenden dargestellt.  Zunächst sollte eine Betrachtungsklärung erarbeitet werden, bei der u.a. Fragen wie diese gestellt und beantwortet werden sollten:

  • „gut“ für wen? (individuelle Voraussetzungen von Lerntypen) 
  • „gut“ wofür? (Ziele, die erreicht werden sollen)
  • „gut“ wann? (Zeitaspekt)
  • „gut“ aus wessen Sicht? (Klärung der Perspektive)

 

Als Kernelemente der Unterrichtsentwicklung beschreiben Buhren & Rolff (2012, 19): Unterrichtsentwicklung sollte systematisch, teamorientiert und schulweit („systemumfassend“) sein.
Nach Rolff (2013, 114) zeichnet sich Unterrichtsentwicklung aus durch: Zielgerichtetheit, Systematik, Methodentraining, Lernarrangements, Teamarbeit, weiteres Training bzw. Pflege des Gelernten, Vernetzung und Evaluation.
Unterrichtsentwicklung setzt immer die Entwicklung von Fachunterricht voraus bzw. stellt diese in den Mittelpunkt. Die Entwicklung von Fachunterricht geschieht über Fachgruppen/Fachkonferenzen, da niemand Unterricht alleine entwickeln kann. Unterrichtsentwicklung bezieht sich nicht auf eine Klasse, sondern auf die ganze Schule – oder Teile davon (vgl. Buhren & Rolff, 2012, 20)

 

Unterrichtsmethoden

Methoden für den Unterricht gibt es wie Sand am Meer. Bedeutsam ist der passende Methodeneinsatz zum jeweiligen Unterrichtsinhalt. Ziel ist also nicht ein Feuerwerk an Methoden, sondern abwechslungsreicher Unterricht durch sinnvollen Methodeneinsatz. 

Schulleitung sollte das Ausprobieren von Neuem anregen und solchen Neuerungen positiv und offen gegenüberstehen - auch in Beurteiungssituationen.

 

Wirklich brauchbare Übersichten finden sich (wenn auch für Lehrerfortbildungen konzipiert) online beim Schulministerium NRW oder in diesem Titel: