Schul-Wissen
Schul-Wissen

Personalentwicklung

Das lehrende Personal einer Schule stellt den wesentlichen Erfolgsfaktor dar: Mit einem "guten" Kollegium ist eine Schule gut aufgestellt und vereinfacht die Entwicklung der Schule.

Aber was ist, wenn das Kollegium "Entwicklungspotenzial" hat?

Die Einflussnahme auf das Personal ist relativ überschaubar, da sich Lehrpersonen in überwiegend sicheren Dienstverhältnissen befinden (anders als bspw. in der Schweiz).

An einer Durchschnittsschule sind Möglichkeiten für die Anerkennung guter Leistungen extrem beschränkt. Aufstiegsmöglichkeiten sind überschaubar und an weitere Überlegungen gebunden: In einer Schule der Sek II können Sie eine A14-Beförderung nicht als Leistungsanerkennung aussprechen, da im Regelfall für die Zukunft zeitüberdauernd eine Funktion zu erfüllen ist.

 

Wie also kann Personalentwicklung (PE) sinnvoll erfolgen? Unsere Empfehlung: Eine Kultur des Miteinanders - Das Kollegium mitnehmen. 

 

Die persönliche Autonomie wird als wichtig erlebt und die Begrenzung/Einschränkung von Autonomie als unangenehm. Es herrscht eine Unsicherheit und Ungewissheit (z.B. ob erzieherisch richtig gehandelt wird), der durch kollegiale Kommunikation und Kooperation, durch gemeinsame Zielvereinbarungen, Erfahrungsaustausch, Rückmeldungen und Selbstevaluation entgegengetreten werden kann! „Eine Feedbackkultur schafft ein Klima der Offenheit und ermöglicht voneinander zu lernen, auch aus Fehlern. Sie ist auch die Grundlage für eine Hilfekultur, nicht nur in Bezug auf die Schüler, sondern ebenso auf die Lehrer untereinander.“ Rolff (2011, 7).

Personalentwicklung umfasst ein Gesamtkonzept aus Personaleinstellung, Personalfortbildung, Personalführung und Personalförderung.
Von den „Lehrpersonen“ zu schreiben, impliziert von einer homogenen Gruppe zu sprechen. Aber bereits durch die homogene Ausbildung (Berufsbiografie) werden Lehrpersonen zu autonomen Einzelarbeitern sozialisiert. Moderne Personalentwicklung muss dieser Einzelkämpfermentalität deutlich entgegen wirken: Lehrpersonen sollen ermuntert werden, sich selbst in der Gemeinschaft zu entwickeln: „Wer den Unterricht entwickeln will, muss sich auch selbst entwickeln: Er muss z. B. Schülerfeedback ertragen (vielleicht auch genießen) oder kollegiale Hospitationen, mit Offenheit leben, zumindest mit innerschulischer und auch im Team arbeiten.“ Rolff (2013, 116). 

 

Personal lässt sich im Kontext von Schule zwar auch mit „Druck und Zug“ bewegen – besser ist aber die Zug-Strategie. Fördern und Unterstützen Sie neue und kreative Ideen. Auch wenn tradierte Elemente Ihres Systems dabei in Frage gestellt werden. Versuchen Sie über ein möglichst hohes Maß an Mitbestimmung große Teile des Kollegiums mitzunehmen. Diese Mitbestimmung richtet sich natürlich nicht an Vorgaben, die es zu erfüllen gilt, sondern an die Bereiche, in denen das Kollegium mit Sinn beteiligt werden sollte.

Als Beispiel dienen Neuerung in der Unterrichtsgestaltung: Der Einfluss der Schulleitung ist überschaubar – auch eine Kontrolle erscheint kaum möglich. Die Lehrpersonen entscheiden selbst, was sie umsetzen, denn im Alltag ist die Türe zum Klassenraum geschlossen.

Lehrpersonen wirken bei Entwicklungsvorhaben mit, wenn sie den eigenen, individuellen Vorteil erkennen. Dieser sollte dazu auch tatsächlich vorhanden und entsprechend kommuniziert sein. Die Kommunikation der Vorteile durch (anerkannte) Mitglieder des Kollegiums kommunizieren zu lassen, entfaltet deutlich mehr Breitenwirkung, als ein Vortrag der Schulleitung auf der Lehrerkonferenz. 

Auch die Definition der Ziele - also wohin sich die Entwicklung bewegen soll (siehe QE) sollte mit der Mehrheit des Kollegiums konsentiert sein.