Schul-Wissen
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Pädagogik/Erziehungswissenschaften

Der Begriff Pädagogik stammt aus dem Griechischen und bedeutete Knabenführer. Mit dem griechischen Begriff „paidagogos“ wurden ursprünglich Sklaven bezeichnet, die die Söhne ihres Herren zum Privatlehrer der Söhne begleiteten [„pais“ = Knabe; „agein“ = führen; „agogos“ = Führer, Geleiter; „paidagogike“ = Führungskunst].
Erzieherisches Handeln als Gegenstand der Pädagogik ist seit langem Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Die Wurzeln lassen sich bis in die griechische und römische Antike zurückverfolgen. Die Pädagogik ist als Wissenschaft gut 200 Jahre alt, womit die Errichtung des ersten Lehrstuhls für Pädagogik an der Universität Halle im Jahre 1779 (besetzt mit Ernst Christian Trapp) gemeint ist. 1780 wurde der Begriff „Pädagogik“ eingeführt, dessen Inhalte zuvor von der Theologie und der Philosophie vertreten wurden.
1969 wurde in Deutschland der Diplomstudiengang Pädagogik eingeführt. Vorher wurden pädagogischen Inhalte durch andere wissenschaftliche Disziplinen bertreten - den heutigen "Nachbarwissenschaften". Die wichtigsten Nachbarwissenschaften sind die Soziologie und die Psychologie, aus der zahlreiche Termini, z.B. Lernen, Denken, Entwicklung und Theoriekonzepte übernommen wurden, aber auch die Philosophie, die Biologie, die Medizin u.a. werden als Nachbarwissenschaften betrachtet.
Ziel ist die Gewinnung von interdisziplinären Perspektiven sowie die gegenseitige Nutzung und zur Verfügungsstellung von Inhalten.
Eine strikte Trennung zwischen Pädagogik und Erziehungswissenschaften wird heute nicht mehr vorgenommen.


Definition: Pädagogik beschäftigt sich mit der Erziehung von Menschen, wobei sie sich auf das Veränderbare konzentriert. Die daraus hervorgegangene Erziehungswissenschaft ist eine wissenschaftliche Disziplin, welche die Inhalte der (praktischen) Pädagogik wissenschaftstheoretisch fundiert.
Erziehung ist eine planmäßige Tätigkeit, die durch soziale Handlungen (Kommunikation) versucht, auf die Persönlichkeitsentwicklung anderer Menschen Einfluss zu nehmen und deren einzelne psychische Dispositionen zu verbessern, zu erhalten oder zu beseitigen.
Erziehung bedeutet verantwortliche und wertorientierte Beeinflussung von Individuen, die durch Eröffnen, Ingangbringen bzw. Steuern und Verstärken bzw. Korrigieren bei Entwicklungs- und/oder Lernprozessen vorgenommen wird. Erziehung impliziert immer eine positive Förderungsabsicht.
Erziehung kann direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst erfolgen. Das Ziel der Erziehung besteht darin, bestimmte Erlebens- und Verhaltensdispositionen dauerhaft zu festigen und ein Individuum dadurch zu einem selbständigen, verantwortungsvollen und vollwertigen Mitglied einer Gesellschaft zu machen (Mündigkeit und Emanzipation).

Weitere Informationen: Lernumgebung Lern-Psychologie.de

Gute Standardwerke zur Einführung wie auch zur Vertiefung: